Samstag, 11. April 2026

Kempen hat uns wieder

Wir möchten die Gelegenheit nutzen und uns sehr herzlich bei allen Unterstützer:innen bedanken! 

Vielen Dank für die lieben Nachrichten und die begleitenden Gedanken!! Es ist schön zu erleben, wie groß das Interesse an unserem Einsatz und den Menschen in Haiti ist! Die Brücke zwischen Kempen und Torbeck wird von Jahr zu Jahr stabiler.

Hinter uns liegt eine tolle Zeit, voller kleinen und großen Herausforderungen, bereichernden Erfahrungen und immer einem begleitenden Lacher. Deniz, Hans, Liam, Timon und Tom waren auch mit wenig Schlaf immer motiviert und die oben schon erwähnte Brücke zu den Arbeitern auf der Baustelle hat sich durch ihre Offenheit weiter ausgebaut.

         


        

Wie geht es nun weiter? Zuerst: Schlafen, Schlafen, Schlafen! Der Wechsel zwischen dem Leben in Torbeck und den auf uns wartenden Alltag ist groß. So groß, dass manche Dinge schnell in den Hintergrund rücken. Doch Haiti arbeitet noch nach auch wenn der Alltag kommt. Es ist nie vorauszusehen, was aus einem Einsatz noch weiter entsteht.

Auch ganz konkret geht es auf der Baustelle in der nächsten Zeit weiter. Wir warten auf die Kalkulation für den Ausbau der drei Klassenräume, die im Moment noch im Rohbau sind, dazu sind noch finanzielle Mittel von Nöten. Im Oktober, wenn eine neue Klasse eingeschult wird, brauchen wir einen weiteren fertigen Klassenraum. Die Köchinnen werden bis dahin in die jetzt gebaute Küche umziehen und den Rohbau räumen. Wir sind gespannt, was die nächsten Monate bringen werden!


Hier wird es nun erstmal ruhiger werden. Wenn es wichtige Neuigkeiten gibt, werden wir es auf den üblichen Kanälen veröffentlichen.

Danke euch, dass ihr so zahlreich verfolgt habt, was wir in den letzten drei Wochen gemacht haben!!

Wir gehen jetzt schlafen! 
Deniz, Hans, Josue, Liam, Robert, Roland, Sarah, Timon und Tom




Freitag, 10. April 2026

40 Stunden

Circa 40 Stunden waren wir seit Mittwochmorgen unterwegs und haben einige Kilometer hinter uns gebracht...

Lieber zu früh als zu spät lautete unser Motto und so standen wir am Mittwoch fast 4 Stunden vor Abflug in Les Cayes am Flughafen, der ungefähr so groß ist wie der Flugplatz in Grefrath! Doch es hat sich gelohnt, nach einigem Hin und Her und wieder viel zu viel Wiegen, saßen wir im Flugzeug nach Miami. Der Direktflug zwischen Les Cayes und Miami hat sich wirklich als wertvoll herausgestellt, insbesondere, wenn es darum geht, rechtzeitig das Gepäck zu bekommen!

In Miami haben wir eine Nacht im Hotel übernachtet. Die Jungs sind zum Miami Beach gefahren, wir anderen haben uns eine Pizza in der Nachbarschaft gegönnt. Die erste Dusche, das Schlafen ohne Moskitonetz und ohne Angst vor kleinen Besuchern ist immer ein Segen.

Am nächsten Morgen ging es zügig zum Flughafen, alle Kontrollen erfolgreich bewältigt und schon saßen wir im Flieger nach Istanbul. Das Schöne daran: Wir saßen alle in einer Reihe! Das kann einem die 10 Stunden Flug schon etwas erleichtern. Ein letztes Mal umsteigen, nachdem wir 3 Stunden "zu weit" geflogen sind, und wir sind auf direktem Kurs nach Düsseldorf. Dort wurden wir sehr herzlich mit warmen Kaffee und Tee begrüßt! Ein Dankeschön nochmal dafür!!





Mittwoch, 8. April 2026

Baustelle au revoir

 Heute kamen drei Dinge auf einmal auf uns zu:

1. Der erste Schultag nach den Osterferien

Wir haben uns alle gefreut, die Schulkinder auf dem Gelände erleben zu dürfen. In der Hinsicht ist es wirklich schade, dass auch in Haiti genau zu der Zeit Osterferien sind, sodass wir meistens nur ein paar wenige Schultage mit den Kindern gemeinsam auf dem Gelände haben. Dieses Jahr ist es sogar nur heute gewesen, da wir vor den Ferien nur den letzten Tag gemeinsam vor Ort waren.

Spannend zu beobachten ist der Fahnenappell am Morgen, bei dem die haitianische Nationalhymne gesungen wird, während die Flagge gehisst wird.


Es ist immer wieder schön zu sehen, wie wohl sich die Kinder auf dem Gelände fühlen und wie selbstverständlich sie darauf unterwegs sind. Es hält einem nochmal vor Augen, für wen wir das Ganze machen. Die Kinder waren sehr neugierig und offen uns gegenüber und freuen sich, uns zu sehen. Die Hemmschwelle ist schnell überwunden und die ersten Späße wurden über die Sprachbarriere hinweg gemacht.

2. Beton-Tag auf der Baustelle

Jedes Mal, wenn wir etwas Großes betonieren, ist es ein besonderer Tag. Heute ist es die Decke der Küche gewesen - verhältnismäßig eher ein kleineres Projekt. Ursprünglich wollten wir um 5 Uhr mit dem Betonieren anfangen, allerdings sind die Eisenarbeiten gestern Abend nicht fertig geworden. Davon haben wir uns jedoch nicht abhalten lassen. Heute früh wurde das letzte Eisen verrödelt und dann dementsprechend später betoniert. Gegen 14 Uhr waren die Arbeiten dann abgeschlossen und damit auch unser Hauptprojekt für dieses Jahr.

Tom und Timon sind zusätzlich für eine kurze Zeit zu Keturas Haus gefahren. Dort sind die Vorbereitungen für das Dach so gut wie abgeschlossen, das bedeutet unser Job ist an dieser Stelle auch getan. Der Vater von Ketura wird in den nächsten Tagen eine Holzkonstruktion mit Blech als Dach montieren.


3. Unser letzter Arbeitstag in Torbeck

Das Problem des letzten Tages ist, dass viele Dinge, die in der bisherigen Zeit nicht geschafft wurden, erledigt werden müssen. Zum Beispiel: Interviews mit drei Lehrerinnen, Simon, Avril und den Jungs; letzter Geldumtausch bei "Eno"; Abschlussbilder mit der Drohne; Abrechnung und so weiter...

Ein besonderes Ereignis war, dass wir Briefe unserer Partnergrundschule in Köln (Franziskusschule) an die Schüler:innen übergeben haben, die sofort geöffnet und gelesen wurden. 


Jeden Morgen liest Roland die Losungen vor. Heute war der dritte Text ein Gebet, das viele unserer Erlebnisse der letzten zwei Wochen zusammenfasste:

Herr, warum fürchte ich mich, in die Welt um mich her verwickelt zu werden? 
Natürlich kenne ich die Antwort auf diese Frage: 
Weil ich nicht konfrontiert werden will mit den Bitten so vieler Menschen, die auf meine Hilfe angewiesen sind. 
Da sind die Armen, die mein Geld brauchen, die Bekümmerten, denen mein Trost hilft, die Einsamen, die meine Zeit fordern. 
Herr, schenke mir die Kraft, auf die Nöte der anderen einzugehen, dass ich gebe, was ich nur kann, sei es meine Hilfe oder meine Zeit.

 Frank Topping/Gerhard Timmer


Dienstag, 7. April 2026

Warten, warten, warten...

Die letzten zwei Tage waren wieder mal so typisch für das Leben hier! Es ist zu merken, dass sich unserer Zeit langsam dem Ende zuneigt. Das bedeutet, die Tagen fangen plötzlich an zu rennen...

Den Sonntag hatten wir eigentlich als Auszeit geplant und um Ostern zu feiern. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan... Die Messe, die wir besuchen wollten, fing um 7:30 Uhr an. Wo waren wir um 7:30 Uhr? Auf dem Weg zur Baustelle! 

Grund dafür war, dass die haitianischen Arbeiter spontan weiter arbeiten wollten, sonst würden wir es nicht mehr schaffen, das Dach zu betonieren, während wir noch da sind. Da konnten wir nicht seelenruhig in den Gottesdienst gehen. Wir saßen alle schon für die Kirche herausgeputzt am Frühstückstisch, da haben wir uns also wieder umgezogen. 

Dann ging es los auf die Baustelle. Am Samstagabend hatten wir den Ringanker und die Unterzüge nach einigen Tagen Vorbereitung betoniert. Die Verschalung konnte nun entfernt werden und dann ging es direkt weiter. Hans und Tom haben fleißig die alten Nägel aus dem Holz entfernt, damit es wieder genutzt werden konnte. Nebenbei wurden bereits die Holzplatten für die Verschalung der Decke angebracht.  Zwischendurch haben wir noch weiteres Material zum Haus von Ketura gebracht, um auch dort mit der Verschalung zu beginnen.

So schnell war der Vormittag auch schon wieder rum. Am Nachmittag wollten wir den Strand Port Salut besuchen. Wir haben nachgeschaut, die Entfernung ist circa 20 km, für die Fahrt braucht man ungefähr eine Stunde. Diese Strecke wollten wir nicht mit dem Pick-up fahren, insbesondere in der Mittagszeit und später im Dunkeln. Deswegen haben wir auf einen Fahrer gewartet, der den Bus fahren konnte. Dieser kam nach einer gewissen Zeit auch, wollte sich allerdings noch kurz umziehen und ist wieder los. Wir haben gewartet...

Irgendwann kam Simon und meinte, wir sollten doch mit dem Pick-up fahren. Das war uns nach der Warterei dann jedoch auch nicht recht, Roland hätte uns schon eine Stunde vorher mit dem Pick-up fahren können. Und der Fahrer war nicht zu erreichen, er hatte sein Handy bei uns liegen lassen... Circa 2 Stunden später als ursprünglich geplant, sind wir dann doch endlich los gefahren! Der Fahrer ist tiefenentspannt hier aufgetaucht und wir sind in den Bus geklettert.

Wir sind ungeschadet in Port Salut angekommen und konnten den Nachmittag dort verbringen. Was wir nicht wussten: Es fand ein großes Festival statt und der Strand war überlaufen von feiernden Menschen. Die Meinungen dazu gingen in unserer Gruppe auseinander... Nichtsdestotrotz ist der Sandstrand wie immer wunderschön gewesen und wir waren uns alle einig, dass der Fisch besonders gut geschmeckt hat! 





Heute früh sind dann die letzten zwei Arbeitstage vor Ort angebrochen. Die Zeit verfliegt!! Alles läuft auf das große Betonieren morgen Vormittag hinaus. Die Verschalung für die Decke ist angebracht und Eisenmatten wurden heute größtenteils zusammengerödelt. 

Nachdem wir über die Mittagszeit wieder sehr lange auf das Auto warten mussten, haben wir heute Nachmittag mit der ganzen Gruppe einen spontanen Ausflug nach Les Cayes gemacht. Ein Besuch auf dem örtlichen Markt war dabei besonders interessant. 


 







Sonntag, 5. April 2026

Ostersonntag

Roland hat heute eine Osterbotschaft in Les Cayes aufgenommen. In diesem Sinne:

 Wir wünschen allen ein gesegnetes Osterfest!




Samstag, 4. April 2026

Eine neue Baustelle

Der Tag heute lief etwas anders ab als sonst. Auf der Baustelle ging es mit den bekannten Dingen weiter. Heute lag der Fokus auf den Unterzügen, die Querverbindungen, die unter der Decke durch die Küche verlaufen. 

Doch für uns ging es heute zu einer zweiten Baustelle. Ketura schläft aktuell noch in einer Hütte, die selbst diesen Begriff schon nicht verdient. Ihr Vater hat jedoch in den letzten Jahren immer wieder auf unserer Baustelle gearbeitet und sich ein wenig Geld zusammengespart. So konnte er ein Fundament für ein ein Zimmer großes Haus zusammensparen und die Wände hochziehen. Doch dann hat das Geld gefehlt.


Wir haben ihm heute geholfen, die letzten Reihen Blocks gesetzt und mit den Eisenarbeiten für den Ringanker begonnen. Unsere Anlagenmechaniker werden noch richtige Profis im Mauern! In den nächsten Tagen wird es eingeschalt und betoniert, dann kann eine Holzkonstruktion für das Dach aufgesetzt werden.









Freitag, 3. April 2026

Gründonnerstag - Körbe flechten...

Timon: "Körbe flechten, Körbe flechten..."

Es könnte auch gesagt werden: Die Jungs machen ihre ÜBL zum Thema Rödeln...

Viel mehr gibt es nicht zu berichten, wir sind weiterhin dabei, den Ringanker für den Beton vorzubereiten. Zusätzlich wurden dicke Stützen und Träger aufgebaut, um die Unterzüge abzustützen. Auch dafür werden die Eisenkörbe geflechtet.

Und das mitten in der Hitze, Timon: "So heiß und schwül war es bisher noch nie!"

Damit werden wir jetzt noch den restlichen Nachmittag verbringen, bevor wir uns alle frisch machen. Wir sind heute Abend beim Ehepaar Schaller zum Essen eingeladen und freuen uns schon sehr! Von unserem letzten Besuch wissen wir, dass die Kochkünste grandios sind! 

Nachtrag: Wir hatten einen sehr schönen Abend mit gutem Essen und interessanten Gesprächen. Eingeladen war zusätzlich ein deutsches Missionsehepaar, das seit 1975 in Haiti lebt. Es war sehr spannend ihren Erzählungen zu lauschen und von ihren Erfahrungen zu hören

Hans: "Es war ein fulminanter Abend hinsichtlich des Essens, was sie aufgetischt haben und hinsichtlich der Gespräche!"


Tom: "Das ist das leckerste Brot, das ich seit 2 Wochen gegessen habe!"