Dienstag, 7. April 2026

Warten, warten, warten...

Die letzten zwei Tage waren wieder mal so typisch für das Leben hier! Es ist zu merken, dass sich unserer Zeit langsam dem Ende zuneigt. Das bedeutet, die Tagen fangen plötzlich an zu rennen...

Den Sonntag hatten wir eigentlich als Auszeit geplant und um Ostern zu feiern. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan... Die Messe, die wir besuchen wollten, fing um 7:30 Uhr an. Wo waren wir um 7:30 Uhr? Auf dem Weg zur Baustelle! 

Grund dafür war, dass die haitianischen Arbeiter spontan weiter arbeiten wollten, sonst würden wir es nicht mehr schaffen, das Dach zu betonieren, während wir noch da sind. Da konnten wir nicht seelenruhig in den Gottesdienst gehen. Wir saßen alle schon für die Kirche herausgeputzt am Frühstückstisch, da haben wir uns also wieder umgezogen. 

Dann ging es los auf die Baustelle. Am Samstagabend hatten wir den Ringanker und die Unterzüge nach einigen Tagen Vorbereitung betoniert. Die Verschalung konnte nun entfernt werden und dann ging es direkt weiter. Hans und Tom haben fleißig die alten Nägel aus dem Holz entfernt, damit es wieder genutzt werden konnte. Nebenbei wurden bereits die Holzplatten für die Verschalung der Decke angebracht.  Zwischendurch haben wir noch weiteres Material zum Haus von Ketura gebracht, um auch dort mit der Verschalung zu beginnen.

So schnell war der Vormittag auch schon wieder rum. Am Nachmittag wollten wir den Strand Port Salut besuchen. Wir haben nachgeschaut, die Entfernung ist circa 20 km, für die Fahrt braucht man ungefähr eine Stunde. Diese Strecke wollten wir nicht mit dem Pick-up fahren, insbesondere in der Mittagszeit und später im Dunkeln. Deswegen haben wir auf einen Fahrer gewartet, der den Bus fahren konnte. Dieser kam nach einer gewissen Zeit auch, wollte sich allerdings noch kurz umziehen und ist wieder los. Wir haben gewartet...

Irgendwann kam Simon und meinte, wir sollten doch mit dem Pick-up fahren. Das war uns nach der Warterei dann jedoch auch nicht recht, Roland hätte uns schon eine Stunde vorher mit dem Pick-up fahren können. Und der Fahrer war nicht zu erreichen, er hatte sein Handy bei uns liegen lassen... Circa 2 Stunden später als ursprünglich geplant, sind wir dann doch endlich los gefahren! Der Fahrer ist tiefenentspannt hier aufgetaucht und wir sind in den Bus geklettert.

Wir sind ungeschadet in Port Salut angekommen und konnten den Nachmittag dort verbringen. Was wir nicht wussten: Es fand ein großes Festival statt und der Strand war überlaufen von feiernden Menschen. Die Meinungen dazu gingen in unserer Gruppe auseinander... Nichtsdestotrotz ist der Sandstrand wie immer wunderschön gewesen und wir waren uns alle einig, dass der Fisch besonders gut geschmeckt hat! 





Heute früh sind dann die letzten zwei Arbeitstage vor Ort angebrochen. Die Zeit verfliegt!! Alles läuft auf das große Betonieren morgen Vormittag hinaus. Die Verschalung für die Decke ist angebracht und Eisenmatten wurden heute größtenteils zusammengerödelt. 

Nachdem wir über die Mittagszeit wieder sehr lange auf das Auto warten mussten, haben wir heute Nachmittag mit der ganzen Gruppe einen spontanen Ausflug nach Les Cayes gemacht. Ein Besuch auf dem örtlichen Markt war dabei besonders interessant. 


 







Sonntag, 5. April 2026

Ostersonntag

Roland hat heute eine Osterbotschaft in Les Cayes aufgenommen. In diesem Sinne:

 Wir wünschen allen ein gesegnetes Osterfest!




Samstag, 4. April 2026

Eine neue Baustelle

Der Tag heute lief etwas anders ab als sonst. Auf der Baustelle ging es mit den bekannten Dingen weiter. Heute lag der Fokus auf den Unterzügen, die Querverbindungen, die unter der Decke durch die Küche verlaufen. 

Doch für uns ging es heute zu einer zweiten Baustelle. Ketura schläft aktuell noch in einer Hütte, die selbst diesen Begriff schon nicht verdient. Ihr Vater hat jedoch in den letzten Jahren immer wieder auf unserer Baustelle gearbeitet und sich ein wenig Geld zusammengespart. So konnte er ein Fundament für ein ein Zimmer großes Haus zusammensparen und die Wände hochziehen. Doch dann hat das Geld gefehlt.


Wir haben ihm heute geholfen, die letzten Reihen Blocks gesetzt und mit den Eisenarbeiten für den Ringanker begonnen. Unsere Anlagenmechaniker werden noch richtige Profis im Mauern! In den nächsten Tagen wird es eingeschalt und betoniert, dann kann eine Holzkonstruktion für das Dach aufgesetzt werden.









Freitag, 3. April 2026

Gründonnerstag - Körbe flechten...

Timon: "Körbe flechten, Körbe flechten..."

Es könnte auch gesagt werden: Die Jungs machen ihre ÜBL zum Thema Rödeln...

Viel mehr gibt es nicht zu berichten, wir sind weiterhin dabei, den Ringanker für den Beton vorzubereiten. Zusätzlich wurden dicke Stützen und Träger aufgebaut, um die Unterzüge abzustützen. Auch dafür werden die Eisenkörbe geflechtet.

Und das mitten in der Hitze, Timon: "So heiß und schwül war es bisher noch nie!"

Damit werden wir jetzt noch den restlichen Nachmittag verbringen, bevor wir uns alle frisch machen. Wir sind heute Abend beim Ehepaar Schaller zum Essen eingeladen und freuen uns schon sehr! Von unserem letzten Besuch wissen wir, dass die Kochkünste grandios sind! 

Nachtrag: Wir hatten einen sehr schönen Abend mit gutem Essen und interessanten Gesprächen. Eingeladen war zusätzlich ein deutsches Missionsehepaar, das seit 1975 in Haiti lebt. Es war sehr spannend ihren Erzählungen zu lauschen und von ihren Erfahrungen zu hören

Hans: "Es war ein fulminanter Abend hinsichtlich des Essens, was sie aufgetischt haben und hinsichtlich der Gespräche!"


Tom: "Das ist das leckerste Brot, das ich seit 2 Wochen gegessen habe!"


Donnerstag, 2. April 2026

Kokoye!

Vorneweg: Auch wenn wir etwas verspätet ankamen, haben wir einen sehr schönen Abend bei Avril verbracht! Das Essen war wie immer sehr lecker und wir haben uns gut unterhalten.

Von der Baustelle gibt es heute nicht viel Neues zu berichten. Wir haben den dritten und letzten Sturz über der Tür positioniert. Dabei hat sich Deniz etwas verletzt, erst war der Schreck groß, doch zum Glück war es doch nicht so schlimm! 


Ansonsten wurde weiter an den Körben für den Ringanker und den Unterzügen gearbeitet. Das hat sich zwischendurch etwas verzögert, da wir eine ganze Weile über die Verbindung zur Cafeteria diskutiert haben. Die Cafeteria und die Küche teilen sich eine Wand, wobei das Dach der Cafeteria höher ist. Erst muss ein Plan her, dann über verschiedene Sprachbarrieren hin und her kommuniziert werden, das braucht seine Zeit. 

       


Heute Mittag gab es noch eine kleine Überraschung für uns. Unsere Lehrerin Nadege, die eine unserer ersten drei Lehrerinnen ist (seit 2019), hat uns in ihren Garten eingeladen, um dort eine Kokosnuss zu essen. Die erste Kokosnuss direkt von der Palme ist immer ein Highlight. Wie Tom so schön gesagt hat: "Schmeckt gar nicht nach Kokosnuss!! Aber lecker!"

           










Mittwoch, 1. April 2026

Ein geteilter Tag - Deniz, Hans, Josue, Robert, Timon und Tom

Auf der Baustelle ging es mit den gestrigen Dingen weiter. Die zwei 1,60 m Stürze waren getrocknet und konnten über die Türen gewuchtet werden. 


Außerdem wurden sämtliche Säulen betoniert und Vorbereitungen für den Ringanker getroffen. Mittlerweile sind überall die Eisen angebracht, sodass morgen betoniert werden kann. 




Kurz vor Feierabend wurden wir (mittlerweile wieder alle gemeinsam) von einem Starkregen aufgehalten, den wir auf der Baustelle absitzen mussten. Heute Abend haben wir noch unseren traditionellen Besuch bei Avril und seiner Familie. Wir freuen uns schon sehr auf den Abend, doch wie es in Haiti gerne mal läuft...wir sind um 18:11 Uhr noch auf der Baustelle und unsere Verabredung beginnt um 18:00 Uhr. Wir lassen uns überraschen, wann wir bei Avril sein werden. 



Ein geteilter Tag - Sarah und Roland

Heute Vormittag hat sich unsere Gruppe aufgeteilt. Sarah und Roland sind mit Ketura nach Les Cayes gefahren, die übrigen von uns zur Baustelle. 

Ketura ist eine Schülerin von uns, die unter Klumpfüßen leidet. Diejenigen, die unser Projekt schon eine Weile verfolgen, werden ihre Geschichte kennen. Leider ist eine Behandlung hier in Haiti kaum bis gar nicht möglich. Wir haben sie heute ins Krankenhaus begleitet, um neue Röntgenbilder zu machen. 


Ketura wird glücklicherweise immer wieder von Frau Schaller physiotherapeutisch behandelt. Das Ehepaar Schaller haben wir 2024 kennengelernt, der Kontakt entstand über den ehemaligen Botschaftsmitarbeiter Oliver Jüngel. Sie leben seit 1998 in Haiti und leisten bewundernswerte Arbeit. Ulrike Schaller arbeitet als Physiotherapeutin und Reinhard Schaller leitet Berufschulprojekte. 

Schaut euch gerne auf ihrer Webseite um:

https://www.schaller-haiti.de/

Sie sind für uns eine große Stütze geworden und sind Ansprechpartner für uns, falls wir medizinische Beratung brauchen. 

Keturas Füße konnte Ulrike leider heute nicht therapieren, da sie im rechten Fuß eine schlimme Entzündung hat. Trotzdem war es gut, dass sie sich ihre Füße anschauen konnte und die erforderlichen Röntgenbilder wurden auch gemacht.