Mittwoch, 5. April 2023

Eine Disziplinarmaßnahme wurde ergriffen...

(03.04.2023) Als wir heute morgen zur Baustelle (jobside) kamen, mussten wir leider feststellen, dass eine unserer neu gepflanzten Kokospalmen nicht nur angefressen aussah, sondern es auch war....😢 Der "Übel-täter" war schnell identifiziert. Ein Rindvieh hatte sich losgerissen und diese willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan genossen. Unsere Disziplinarmaßnahme war natürlich nur, dass wir die Kuh wieder an die kurze Leine genommen haben. Dazu muss man wissen, dass die Kühe, die auf den Feldern weiden, alle immer angebunden sind. Dies gilt auch für Schafe, Ziegen etc.. Denn Weidezäune wie bei uns gibt auf Haiti nicht.


Zum Schutz aller neu gepflanzten Bäume haben wir sofort entsprechende Schutzzäune um die jungen Pflanzen errichtet.


Auf der Baustelle wurden zügig die Eisen für das Gießen der Bodenplatte in der Toilettenanlage ge-fertigt.


Und abends bei Simon zu Hause nach dem Abendessen gibt es auch noch einiges zu tun. Während Dennis und Fabian, Yunus, Erik, Josue und Charly nach Hause telefonieren oder schreiben, Karten spielen oder sich mit den Kindern von Simon auch mit Händen und Füssen unterhalten, sitzen Le Pasteur, Robert, Avril und Simon noch zusammen. Es wird der nächste Tag besprochen und auch sehr wichtig, wie es in der Zukunft weitergehen wird. Welcher Bauabschnitt wird im nächsten Schritt realisiert.






 

Dienstag, 4. April 2023

Palmsonntag

(02.04.2023) Am siebten Tag sollst du ruhen. Dies taten wir auch, noch dazu natürlich am Palmsonntag. Die Baustelle ruhte, wir ließen unsere Baustellenklamotten auf dem Koffer liegen und machten uns fein für den Palmsonntag-Gottesdienst in der katholischen Gemeinde von Torbeck. Gestaltet wurde die Prozession und der Gottesdienst von dem Priester, den wir zwei Tage vorher kennengelernt hatten. Anders als bei uns begann die Feier mit der Prozession zum Gottesdienst in der Kirche.


Aufgrund der recht ähnlichen Liturgie, aber nicht auf Grund mangelnder Französisch-Kenntnisse konnten wir dem Gottesdienst ein wenig folgen. Insgesamt war er länger als in Deutschland. Musik kam nicht von einer Orgel, sondern die Lieder des Chores und der Gemeinde wurden von einer Band begleitet. Das wir in den Abkündigungen des Priesters erwähnt wurden, haben wir zumindest während des Gottesdienstes direkt mitbekommen, als wir das Wort "Allemange" vernommen haben. Der Priester hat der Gemeinde von unserem wiederholten Einsatz für Torbeck berichtet und unsere Arbeit unter Gottes Segen gestellt.


Direkt nach dem Gottesdienst fuhren wir die Brüder der Kongregation "Die kleinen Brüder und Schwestern" besuchen. Die Brüder wohnen hier in Torbeck in einem Haus, das Le Pasteur zusammen mit Schülern des RMBKs und Haitianer*innen in den Jahren 2016-2018 errichtet hat. 


Wir wurden herzlich begrüßt, ein Mönch zeigte uns das Haus. Auch hier war unser Augenmerk stark auf die sanitären Anlagen gerichtet. So ganz konnten wir unser Projekt "Toilettenanlage" auf der Baustelle auch nicht am Sonntag aus  den Gedanken verdrängen. Zum Abschluss erhielten wir noch eine große Tüte reifer Mangos für unser Abendessen geschenkt.



Am Abend haben wir einen kleinen Ausflug zu einem Garten am Meer gemacht. Der Garten wurde von einem Haitianer mit Pflanzen aus aller Welt angelegt und wird hier auch "Das Paradies" genannt (Eglise communaute de la grace de Torbeck)




Kein Aprilscherz....

(01.04.2023) Heute stand eine Rettungsaktion unerwarteter Weise auf unserer Tagesordnung. Dutzende von Fröschen hatten über Nacht in der großen Grube der zu bauenden Septik-Anlage es sich Gut gehen lassen.  Der seit Tagen in den sehr frühen Morgenstunden einsetzende Regen hatte den Fröschen einen kleinen Tümpel dort verschafft. (Achtung: Suchbilder.... 😉😅)




Doch für immer wollten sie dann doch nicht in der Grube bleiben. Robert stieg in die Grube und versuchte zunächst  die Frösche mit einem Eimer einzusammeln und aus der Grube zu transportieren. Dies schlug allerdings fehl, da die Frösche schnell wieder aus dem Eimer sprangen. Charly besorgte dann ein sehr großes abgefallenes Palmenblatt. Dies diente dann den Fröschen als Leiter. So konnten alle Frösche wieder wohlbehalten die Grube verlassen - quasi als "Wetterfrösche" die Leiter hochspringen...

Einige Einblicke etwas abseits der Baustelle....

(31.03.2023) Heute ging es nach dem Frühstück für uns alle zum Antrittsbesuch bei dem örtlichen katholischen Priester. Wir hatten einen angeregten Austausch. Wir berichteten über den Stand der Bauarbeiten und unsere weiteren Pläne auf dem Gelände. der Priester bedankte sich sehr herzlich bei uns, insbesondere bei unseren Schülern. Das Engagement aus Deutschland begrüßte er sehr und sagte uns, dass Torbeck sehr dankbar für den Einsatz von "Schüler helfen für Haiti" sei. Er unterstützt unseren Wunsch, dass wir noch eine Audienz beim Kardinal von Haiti bekommen.

Nach dem Besuch bei dem Priester ging es direkt auf die Baustelle. Hier wurde bereits intensiv gear-beitet. 

Aber auch in unserer Vorschule war heute ein großer Tag. Es war letzter Schultag, die Kinder hatten sich besonders fein angezogen, alle in ähnlicher Farbe, die Jungens teilweise sogar mit Krawatte 😲 und es gab zur Feier des Tages Popcorn.

Zudem kamen die Eltern in die Cafeteria, um die Schulmappen ihrer Kinder in Empfang zu nehmen. Dies war auch ein besonderer Moment für uns und besonders für Le Pasteur, denn eine Gelegenheit, die Eltern zu treffen, gab es bisher kaum. Es kam auch zu einem angeregten Austausch zwischen den Eltern, Lehrern und Le Pasteur. Die Eltern bedankten sich ausdrücklich für das Engagement aus Deutschland.

Und wie überall in der Welt.... Kinder sind neugierig 😋

Und zur Feier des Tages haben wir unser Abendessen nicht bei Simon zu Hause eingenommen, sondern in einem kleinen Restaurant am Bamboula Beach, was für uns eine schöne Abwechslung war. 



Sonntag, 2. April 2023

Wie es der Zufall will...

(30.03.2023) ...wohnt ein Klempner (plomber) in direkter Nachbarschaft von Simon. Wir nahmen zu dem Klempner Kontakt auf. Es stellte sich heraus, dass er nicht nur Klempner ist, sondern zusätzlich auch zukünftige Installateure hier in Torbeck an einer Schule ausbildet. Er war sofort bereit, mit uns zusammen die Liste aller benötigten Rohre und Verzweigungsstücke für die Jungen- und Mädchentoiletten zu erstellen. Mit dieser Liste sind dann unsere Schüler zum örtlichen Baustoffhandel in Les Cayes gefahren und haben die Materialien eingekauft.

Zudem vereinbarten wir, dass der plomber mit einer Ausbildungsklasse uns auf der "jobside"  unterstützt. Für ihn war dies eine sehr willkommene Gelegenheit, mit seinen Schülern an einem realen Projekt Praxiserfahrung zu bekommen.




Innerhalb von zwei Tagen haben alle zusammen die Rohre inklusive der vorgesehen Zu- und Abflüsse in der Toilettenanlage installiert. Dazu mussten u. a. in den Fundamentmauern die entsprechenden Ein- und Ausgänge per Hand mit Hammer und Meißel frei geklopft werden. Übrigens, dass die Torbecker Schüler hier alle ein gelbes Polo-Shirt und schwarze Jeans tragen ist kein Zufall. Auch diese Schüler tragen -wie alle Schüler*innen in Haiti- eine Schuluniform.

Parallel haben Haitianische Arbeiter dass Loch für die große Septikanlage ausgeschachtet.



Auf der Baustelle für die drei Klassenräume kommt derweil der Betonmischer zum unermüdlichen Einsatz. Wie am Fließband wird der Beton angefertigt und per Eimern zum Verfüllen des Fundaments von Frauen und Männern getragen. 


Die Eimer zum Transport des frischen Betons werden nicht von uns gestellt, sondern bringen die Arbeiter*innen mit. Genauso wie zum Beispiel Maurerkellen, Wasserwaagen oder auch Schüppen. Dies ist neben ihrer Arbeitskraft das "Kapital", um auf der Baustelle Arbeit und Lohn zu bekommen.



Donnerstag, 30. März 2023

Le Pasteur hat eine Idee

Heute morgen (29.03.2023) waren wir um 8 Uhr auf der Baustelle. Unsere Installateure hatten ihren ersten handwerklichen Einsatz auf dem Gelände. Bei den Ausschachtungen für die drei neuen Klassenräume war eine Wasserleitung "entdeckt" worden. Diese musste nun verlegt werden, damit die Wasserversorgung für die momentan einzige Toilette nicht unterbrochen wird. Zudem begannen nun auch die Arbeiten an der großen Toilettenanlage. Vor allem die Ausschachtungen für die Septikanlage war eine Herausforderung. Nicht nur das ein drei Meter tiefes Loch ausgehoben werden musste, zusätzlich durchquerte eine riesige Wurzel eine der zukünftigen Kammern!
Auch bei den Fundamentarbeiten ging es zügig voran. Die eisernen Verstärkungsrahmen, welche manuell auf der Baustelle angefertigt wurden, sind bereits im Fundament verlegt und die Verstärkungsrahmen für die Säulen auch bereits einbetoniert.


Und dann hatte Le Pasteur Roland noch eine Idee. Da es an diesem Tag besonders heiß war, kam ihm die Idee, dass mehr Schatten auf dem Schulgelände für die Schüler*innen sehr willkommen wäre. Er schlug vor, dass wir alle jeder einen Baum für das Schulgelände spenden sollten. Wir waren sofort dabei und so fuhren wir in den Jardin Botanique des Cayes, setzten diese Idee in die Tat um und kauften je 6 Mangobäume und 6 Kokosnusspalmen. Zukünftig sollen weitere gespendete Bäume für immer mehr Schatten sorgen. 


 


Mittwoch, 29. März 2023

Ihr habt sicherlich schon lange auf ein Lebenszeichen von uns gewartet...

Endlich ist es soweit. Wir haben einigermaßen stabiles Internet und somit wieder Verbindung zu unseren Freund:innen hier im Blog. 

Am 22. März 2023 war es soweit. Wir, das sind Fabian, Dennis, Erik, Yunus, Josue, Charly, Robert und Roland, machten uns auf den Weg nach Haiti. Über New York, wo wir zum Thema der Menschenrechte die UN besuchten, ging es via Port-au-Prince und Les Cayes nach Torbeck.


 

In Torbeck wohnen wir bei Simon und seiner Familie. Wir sind sehr herzlich begrüßt worden und gerade unter den Freunden war die Wiedersehensfreude nach der langen Zeit sehr groß. Noch am Ankunftsabend (25.03.2023) haben wir die Schule und die Baustelle besichtigt und bereits erste Pläne besprochen.

Wir werden an dem Toilettenhaus weiterarbeiten, damit unsere Schüler:innen schnell nicht mehr nur auf eine Toilette für 71 Schüler:innen angewiesen sind. Zudem werden wir das Fundament und die Bodenplatte für drei weitere Klassenräume (hoffentlich) in den drei Wochen unseres Einsatzes fertigstellen. Auf der Bodenplatte werden dann unsere Maurerschüler zusammen mit den Haitianern die ersten Steine für die Klassenräume mauern. In der Zeit nach unserem Einsatz werden die einheimischen Maurer die Klassenräume fertigstellen.

Am Sonntag (😇) wurden die drei Klassenräume bereits vermessen und für die Ausschachtung der Gräben für die Fundamente vorbereitet.


Zu Beginn der neuen Woche ging dann alles sehr schnell. Es war atemberaubend, wie viele Frauen und Männer auf die Baustelle gekommen sind. Es hatte sich schnell rumgesprochen, dass auf dem Schulgelände weitergearbeitet wird, und so war es ein großes Gewusel, aber nur auf dem ersten Blick. Viele Hände, Schaufeln und Spitzhacken hoben genau nach Plan die Gräben für die Fundamente aus.


Bereits am Dienstag (28.03.2023) war das Fundament ausgehoben, so dass schon mit den Vorbereitungen für das Gießen des Fundaments begonnen wurde.


Am Montag (27.03.2023) begann für "unsere" Vorschüler:innen die letzte Schulwoche vor den Ferien. Wie an jedem Tag begann die Schule vor dem Gebäude mit gemeinsamen Gebeten und Singen. Zudem werden täglich die Flaggen von Deutschland und von Haiti gehisst. Beim Hissen der Flagge Haitis wird auch die Nationalhymne gesungen. Am Montag wurden wir zusätzlich von den Schüler:innen und Lehrerinnen herzlichst begrüßt.



Wir können jetzt schon sagen, dass wie sehr herzlich von allen hier aufgenommen worden sind und wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Zeit.